(ein verdientes Vereinsmitglied, hochgeehrt durch das Bundesverdienstkreuz am Bande)
Die älteste Unterlage (aus der Chronik des VfL Tönisberg 1928) ist ein Protokoll vom 9. Januar 1947. Nach dem Kriegsende 1945 bestand auf allen Gebieten, nach all der Angst und Bedrükkung, ein großes Bedürfnis, einen neuen und besseren Anfang zu machen. Trotz harter Lebensbedingungen bezüglich Arbeitsplatz, Ernährung und Kleidung bestand ein großes Verlangen, sich sportlich frei zu betätigen. Dabei waren nach 1945 und auch später große Hindernisse zu überwinden. Versammlungen und Vereinsgründungen mussten von der englischen Besatzungsmacht genehmigt werden. Von abends bis morgens waren Ausgangssperren verhängt. Wie sollte man sich da zusammenfinden?
Nach Aufhebung der Ausgangssperre 1946 konnte wieder in größeren Gruppen geredet und diskutiert werden. Nach und nach kehrten zahlreiche ältere und jüngere Tönisberger, nicht alle gesund, aus der Gefangenschaft zurück. Vielen Kriegsopfern aber war dieses große Glück nicht beschieden. Nicht nur Tönisberger, sondern auch Vertriebene, Flüchtlinge und Menschen, die nicht mehr in ihre Heimat zurückkehren konnten, wurden in Tönisberg aufgenommen. Manche haben in Tönisberg und im Sportverein eine neue Heimat gefunden. Vor allem unser Sportplatz an der Vluyner Straße war erhalten geblieben. Sein Zustand war fast der gleiche, wie er heute anzutreffen ist. Der Rasen wurde laufend von einer Schafherde gepflegt, damit Gras und Unkraut nicht überhand nahmen. Fußballbegeisterte Schüler und Jugendliche führten in freier Gemeinschaft den Platz wieder seiner alten Nutzung zu.
Um einen Wettkampf durchführen zu können, wurde vereinbart, dass Fußballer des Ortskerns Tönisberg gegen Sportler aus Siebenhäuser, Vinnbrück und Haag, die eine gemeinsame Mannschaft bildeten, spielten. Nach dem Spiel gab es mit "Eigenheimer", dem selbstgebrannten Schnaps, und alkoholfreiem Bier eine fröhliche Feier ... . Für den neu zu gründenden Sportverein wurden Namen F.C. Tönisberg, Tönisberger S.V. und VfL Tönisberg vorgeschlagen. Nach längerer Diskussion einigte man sich auf VfL Tönisberg (Verein für Leibesübungen). Das war eine gute Entscheidung, denn unter dem Begriff "Leibesübungen" können alle Sportarten ihr Zuhause finden. Nun ging es um die Vereinsfarben und man einigte sich durch Mehrheitsbeschluß auf die Farben Rot und Weiß. Es kamen auch Vorschläge wie Grün-Weiß und Blau-Weiß.
Die goldene Ehrennadel mit Eichenkranz erhielt der Mitgründer des DJK - VfL Tönisberg, Heinrich Sauels (2. v. r.). Zu den weiteren Geehrten gehörte (von links) Hermann Doekels und Vorsitzender Peter Alberts. Es gratulierten Vizevorsitzender Franz Hülster und der Tönisberger Pfarrer Alois Bimczok.

